Eingestellt am 9. März 2022 · Eingestellt in Alle Publikationen, YPOS I Inflationscheck

Die finanzielle Repression bildet den strategischen Rahmen für finanzielle Überlegungen.

Inflation in Deutschland und der Eurozone

Nach Lesart des statistischen Bundesamtes sind die Konsumentenpreise in Deutschland im Februar 2022 gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,1 Prozent gestiegen. Im Vormonat betrug der Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat 4,9 Prozent. Für die gesamte Eurozone wird ein Anstieg der Verbraucherpreise in Höhe von 5,8 Prozent erwartet. Die Kerninflationsrate für die Eurozone liegt bei 2,7 Prozent.

Langfristige Inflationserwartungen ebenfalls gestiegen

Die langfristige Inflationserwartung für fünf Jahre in fünf Jahren liegt bei knapp 2,16 Prozent.

Die kurzfristigen Inflationserwartungen sind noch deutlicher nach oben angestiegen.

Diese reflektieren den breiten Anstieg der Rohstoffpreise. Dieser ist nicht auf Energierohstoffe begrenzt, sondern zeigt sich auch in den massiven Preissteigerungen für Vorprodukte von Nahrungsmitteln.

Der Krieg in der Ukraine und die Sanktionen gegen Russland sind hier die offensichtlichen Treiber. Die hohen Inflationsraten erhöhen den Handlungsdruck auf die Notenbanken. Andererseits erfordern die negativen Effekte des Krieges eine stützende Geldpolitik. Mittelbar lassen sich damit auch Konjunkturmaßnahmen und fiskalpolitische Instrumente unterstützen. Die Aussage, dass Notenbanken keine „Feuerkraft“ mehr haben, weil die Zinsen steigen müssen ist daher mit Vorsicht zu genießen.

Das Risiko einer, zumindest temporären, Stagflation ist deutlich angestiegen ist. Die höhere Eintrittswahrscheinlichkeit und die nicht abzuschätzenden Dauer einer solchen Phase erhöhen die Komplexität in der Umsetzung von Anlagestrategien.  

Implikationen des Krieges in Europa

In einem dreißigminütigen Video erläutern wird die Implikationen aus Investorensicht. Die Kernpunkte lauten:

Google Suchtrends: Der Begriff Atomwaffen wird sehr häufig gesucht
Analystenmeinung: Armageddon und Aktien – Weniger zynisch, eher pragmatisch
Unsichere Zeit: Rückzug auf die strategischen Quoten anstatt Schlagzeilen- und Prognosen-Bingo
Stressindikatoren im Blick behalten: Aufmerksamkeit erforderlich, Panik nicht
Bankensystem: Kreditausfallversicherungen im Blick
Stagflation: Hohe Wahrscheinlichkeit, aber Dauer entscheidend
Negative Realzinsen werden durch geopolitische Trends zementiert

Das Video finden Sie hier:

https://youtu.be/yFnIQrj2eeY

Rechtliche Hinweise

Kapitalanlagen beinhalten Risiken. Der angelegte Kapitalwert sowie die daraus erzielte Kapitalrendite unterliegen Schwankungen. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit stellt keine Garantie für zukünftige Entwicklungen dar. Es gibt keine Garantie dafür, dass Strategien erfolgreich sind.

Über den Autor

Sönke Liebig, Sparkassenbetriebswirt, Versicherungsmakler (IHK Stade) und zertifizierter Vermögensberater (Frankfurt School Finance & Management), ist erfahrener Wertpapier- und Vorsorgespezialist. Der gefragte Sachverständige, Referent und Autor begann seine Laufbahn 1991 in der Sparkasse Bremen. Dort fokussierte er sich auf die Beratung von vermögenden Privatkunden, Institutionen und Stiftungen. Seit 2001 ist er als freier Vermögensberater und Wertpapierspezialist u.a. für die Euroimpulse, Cortal Consors Select (BNP) tätig und führt neben der "Exclusive Finance" zwei Gesellschaften der YPOS-Finanzgruppe.