Eingestellt am 19. Juni 2013 · Eingestellt in YPOS I Markets

US-Notenbank im Fokus

Im Rahmen ihres monatlich tagenden Ausschusses wird die FED heute (19.6.2013) einen Ausblick auf den zukünftigen geldpolitischen Kurs geben. Im Vorfeld sorgte die Angst um eine reduzierte Zentralbankliquidität bei den Marktteilnehmern für eine zeitweise stark gestiegene Nervosität (Siehe Abb. 1). Die größte Sorge ist eine rasche Zinswende (Anhebung des Leitzins). Dies würde insbesondere Anlagen mit einem festen Zins (Anleihen aller Bonitäten) empfindlich treffen, aber auch die beliebten defensiven Dividendenzahler würden zumindest temporär in Mitleidenschaft gezogen werden.

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Abb.1 Der VIX Index ist ein guter Indikator für die Nervosität am US-Aktienmarkt. Der bildet die gehandelte Volatilität des S&P500 Index ab.

Grundsätzlich erwarten wir von der heutigen FED-Entscheidung keine gravierenden Änderungen. Die wichtigsten Ereignisse sehen wir in den Prognosen zur Entwicklung der US-Konjunktur. Diese sind maßgeblich für den Zeitpunkt, zu welchem die FED mit einer Drosselung der Anleihekäufen beginnt. Als Richtwert hat die Notenbank das Ziel einer Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent definiert (aktuell 7,6 Prozent). Auch wenn die konjunkturellen Frühindikatoren vielversprechend sind, sollte es angesichts der aktuell zugrunde liegenden wirtschaftlichen Dynamik noch einige Zeit dauern bis diese Größe erreicht wird (siehe Abb.2). Zudem weiß auch die Notenbank, dass die Arbeitslosenquote durch die gefallene Participation Rate besser scheint als sie ist.

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Abb.2 Sollte sich die US-Arbeitslosenrate weiterhin im gleichen Tempo erholen wie bisher, so würde das Ziel v0n 6,5 Prozent im besten Fall gegen Ende Juni 2014 erreicht.

Dementsprechend erwarten wir keine kurzfristigen Änderungen der US-Zinspolitik. Trotzdem wird jedes Wort von Notenbankpräsident Bernanke auf die Goldwage gelegt werden. Von besonderem Interesse ist für die Anleger für welchen Zeitraum an den niedrigen Zinsen festgehalten wird und wie, wenn überhaupt, die bisher gekauften Anleihen wieder am Markt platziert werden sollen. Dies sind die eigentlichen Fragen welche den Markt bewegen. Bisher gibt es hier nur Spekulationen und die Marktteilnehmer erhoffen sich etwas mehr Klarheit.

In Kontext gesetzt

Im Vorfeld der Notenbanksitzung haben sich einige Marktteilnehmer bereits stark positioniert und lösten damit fallende Kurse aus. Nach einigen Tagen der Schwäche konnten die Aktienmärkte wieder Boden gut machen. Auch die teilweise stark gestiegenen Renditen für festverzinsliche Wertpapieren sind zum Teil wieder leicht gesunken.

Die Wirtschaft erholt sich zwar, aber  nicht so stark wie man es gerne hätte. Es scheint als hätten die Volkswirtschaften in Europa, den USA und UK einen Boden gefunden. Dies geschah nicht ohne Hilfestellung der Notenbanken und es bleibt abzuwarten welche Zeche Bürger und Anleger dafür noch zu zahlen haben.

CESI

Abb.3 Der CSEI Index wird von der CitiGroup erhoben und gibt an wie stark die veröffentlichten Wirtschaftsdaten die Erwartungen übertreffen oder enttäuschen

Das die US-Notenbank langsam darüber nachdenkt die Unterstützung in Form der lockeren Geldpolitik zurück zu fahren ist ein gutes Zeichen. Als logische Konsequenz einer sich langsam erholenden Wirtschaft werden Aktien attraktiver und Anleihen, deren „Sicherheit“ bisher teuer bezahlt wurde, werden in der Gunst der Anleger fallen. Führt man sich vor Augen welche Anlageklassen am stärksten von der expansiven Geldpolitik profitiert haben, so ist dies eindeutig der Anleihebereich. Anhand des Kurs-Gewinn-Verhältnis für verschiedene Anlageklassen zeigt Abb.4 zeigt wie diese aktuell bewertet werden.

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Abb.4
IBOXX EURO HY FIXED RATE = Anleihen mit fragwürdiger Bonität; IBOXX EURO CORP. ALL MATS = Europäische Unternehmensanleihen mit Investmentgrade alle Laufzeiten; IBOXX EURO SOVEREIGN EZONE ALL = Europäische Staatsanleihen Index aller Staaten

Die Abbildung macht deutlich wie stark die Bewertungen in den „sicheren“ und zinsfixierten Anlagen gestiegen sind. Anhand der letzten Daten läßt sich erkennen, das sich bereits eine langsame Rückkehr zur Normalität andeutet. Dieser Prozess wird sich auch auf die beliebten Fluchtwährungen (bspw. AUD) und Gold auswirken.

Anleger werden in einem solchen Szenario auch mit erhöhten Schwankungen bei Aktien rechnen müssen. Die ist ein Umstand den viele Anleger emotional nur sehr schwer ertragen können. Fundamental und langfristig betrachtet sind sie den Anleihen eindeutig vorzuziehen. Dementsprechend ist nicht die Frage ob in Aktien zu investieren ist, sondern wie der Anleger dies unter Berücksichtigung seiner finanziellen Risikobereitschaft umsetzt.  Eine wissenschaftliche fundierte Auswertung können Sie als Leser mittels eines internetgestützten Fragebogens erhalten. Details finden Sie hier.

Für eine Depotanalyse stehen wir auch in den Sommermonaten wie gewohnt zur Verfügung.

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Über den Autor

Sönke Liebig, Sparkassenbetriebswirt, Versicherungsmakler (IHK Stade) und zertifizierter Vermögensberater (Frankfurt School Finance & Management), ist erfahrener Wertpapier- und Vorsorgespezialist. Der gefragte Sachverständige, Referent und Autor begann seine Laufbahn 1991 in der Sparkasse Bremen. Dort fokussierte er sich auf die Beratung von vermögenden Privatkunden, Institutionen und Stiftungen. Seit 2001 ist er als freier Vermögensberater und Wertpapierspezialist u.a. für die Euroimpulse, Cortal Consors Select (BNP) tätig und führt neben der "Exclusive Finance" zwei Gesellschaften der YPOS-Finanzgruppe.